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Fünfzehn Jugendlichen der JugendManufaktur Berlin waren im März zu Gast im Lernort Stadion. Der viertägige Workshop mit dem Thema "Fußball und Gewalt" startete gleich am Montag früh im Haus des Fanprojekts der Sportjugend Berlin. Die Teilnehmer*innen des Lernprojektes nutzten den ersten Tag, um sich sich kennen zu lernen. Dabei wurden basisdemokratisch die Verhaltensregeln für die Teilnehmer ermittelt, wie man idealerweise miteinander umgehen will. In Gruppenarbeiten und Rollenspielen näherten wir uns an. Da der Workshop medienpädagogisch aufgebaut war, konnten wir schon am Nachmittag mit der ersten Fotoübung starten. "In Bildern erzählen" war die Aufgabe, bei der die Jugendlichen ihre persönlichen Aussagen zu "Ich und der Sport", die sie zunächst auf Papier gebracht hatten, Fotografisch umsetzen durften.
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Ausgehend von dem Vorfall, der das WM-Finale von 2006 überschattet hatte, entwickelte sich am folgenden Tag eine sehr schöne Diskussion zwischen den Jugendlichen, die als Arbeitsgrundlage für die kommenden Tage diente.
Zum Hintergrund: Der französische Weltfußballer Zinedine Zidane war damals während des Endspieles der WM nach einem Wortgefecht mit dem gegnerischen Spieler, dem Italiener Marco Materazzi, ausgerastet und hatte diesen mit einem Kopfstoß zu Fall gebracht. Zidane sah die Rote Karte dafür, seine Mannschaft verlor den Pokal.
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Der Vorfall fördert noch heute in der Diskussion zum Thema Gewalt und Fußball unterschiedliche Meinungen zu Tage, so dass sich die Gemüter auch dieses Mal in der Gruppe erhitzten. Wo fängt Gewalt an? Ist es fair nur den vom Platz zu stellen der Körperliche Gewalt anwendet, oder fängt es schon bei der verbalen Gewalt an? Wie hätte ich in der Situation gehandelt? Wie kann ein Gewaltakt mein Leben verändern? Diesen und anderen Fragen stellte sich die Gruppe. Vielen Dank an dieser Stelle für eure Offenheit und Ehrlichkeit!

Gerade weil jeder Teilnehmer die Motivation des französischen Spielers anders versteht, einigten sich die Jugendlichen darauf, die Szene aus dem Finale nachzuspielen und per Video ihre Meinungen dazu festzuhalten. Das war für alle Beteiligten eine Herausforderung, die sie in der restlichen Zeit des Projektes mit einigen Höhen und Tiefen zu meistern wussten.
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Weitere Highlights der Woche waren unter anderem die Führung durch die Akademie von Hertha BSC durch den Fanbeauftragten der Herthianer Donato Melillo. Außerdem hatte die Gruppe das Glück, einen Blick auf das Training der 1. Mannschaft werfen zu können.
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Es wurde nicht nur über Sport geredet, sondern auch die Zeit gefunden, neben der historisch bemerkenswerten Kulisse des Olympiastadions selbst zu kicken.
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Das Ergebnis der Woche ist zum einen ein 5 Minütiger Clip, der am Freitag den 30.03. um 10 Uhr im Rahmen des 11Minimeter Festivals auf der Kinoleinwand seine Premiere feiert.

Das andere Ergebnis ist weiniger greifbar, aber dennoch nicht zu verachten. Die abschließende Reflexionsrunde im Presseraum zeigte auf, wie sich die gesamte Gruppe - Teilnehmer, Betreuer und Teamer - verändert haben. Es wurden Barrieren abgebaut und zurückgelassen und man hat sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge voneinander verabschiedet.
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Wir danken für die gemeinsame Zeit und wünschen allen Beteiligten der JuMa alles Gute!